90 Tage nach Cites - COP 18- Was ist zu tun?

2019 neu aufgenommene Tierarten in CITIES -  Cities-2019

Was jetzt für Sie als Halter zu tun ist

Eine Kurzleitfaden von DVTH e.V., DGHT e.V. & the Pet Factory


Bei der letzten CITES Konferenz in Genf wurden zahlreiche Arten, die für die Terraristik von Bedeutung sind, in
den Anhängen I und II des Washingtoner Artenschutzabkommens (Anhang A bzw. Anhang B der BArtSchV)
aufgenommen, bzw. wurden neu eingestuft. Die nationalen Behörden haben diese Beschlüsse
nunmehr in geltendes Recht umzusetzen.


Folgende Arten sind hiervon betroffen:
 

Art / Gattungbisheriger Schutzstatus:jetziger Schutzstatus:
Crocodylus acutusPopulation Mexiko bislang Anhang IAnhang II
Calotes nigrilabrisKein SchutzAnhang I
Calotes pethiyagodaiKein SchutzAnhang I
Ceratophora spp.
(excl. C.aspera u. stoddartii , die auf 2)
Kein SchutzAnhang I
Cophotis ceylanicaKein SchutzAnhang I
Cophotis dumbaraKein SchutzAnhang I
Lyriocephalus scutatusKein SchutzAnhang I
Goniurosaurus spp.
nur Populationen Vietnam und China
Kein SchutzAnhang II
Gekko geckoKein SchutzAnhang II
Gonatodes daudiniKein SchutzAnhang I
Paroedura androyensisKein SchutzAnhang II
Ctenosaura sppKein SchutzAnhang II
Pseudocerastes urarachnoidesKein SchutzAnhang II
Cuora bourretiAnhang IIAnhang I
Cuora picturataAnhang IIAnhang I
Mauremys annamensisAnhang IIAnhang I
Geochelone elegansAnhang IIAnhang I
Malacochersus tornieriAnhang IIAnhang I

Amphibien:

Echinotriton chinhaiensisKein SchutzAnhang II
Echinotriton maxiquadratusKein SchutzAnhang II
Paramesotriton spp.Kein SchutzAnhang II
Tylototriton spp.Kein SchutzAnhang II


Spinnentiere:

Poecilotheria spp.Kein SchutzAnhang II


Generell gilt:

Der neue Schutzstatus tritt 90 Tage nach Verabschiedung in Kraft. Dies gilt sowohl für die Arten, die
in Anhang II aufgenommen wurden, als auch für jene, die in Anhang I aufgenommen wurden. Dies
bedeutet für Sie: spätestens zum 01. Dezember 2019 müssen Sie die Haltung der Tiere gemäß § 7
Abs. 2 BArtSchV Ihrer Behörde anzeigen.

Generelles Vorgehen bei Tieren, die bislang keinen Schutzstatus hatten:

Für alle Arten (unabhängig ob WA I oder WA II), die bislang nicht durch das WA geschützt waren, gilt:

Melden Sie Ihre Tiere bei der für Sie zuständigen Artenschutzbehörde an.
Zum Nachweis darüber, wann die Tiere von Ihnen erworben wurden, gilt die freie Beweisführung –
Sie können also Kaufbelege, Überweisungsbelege, Kaufvertrag oder sonstige Unterlagen nutzen,

aus denen hervorgeht, dass Sie die Tiere bereits vor der Unterschutzstellung erworben haben.

Haben Sie keinen der oben genannten Belege, so können Sie auch Zeugen benennen, die bezeugen,

dass die Tiere bereits vor der Unterschutzstellung in Ihrem Besitz waren.

Bei Arten, die eine individuelle Färbung haben, kann optional auch ein Foto beigefügt werden.
Da bislang aber noch keine Angaben zu einer Dokumentation / Kennzeichnung verfügbar sind,
ist dieses entbehrlich – im Zweifelsfall setzen Sie sich mit Ihrer Artenschutzbehörde in Verbindung.

Mit Aufnahme der neu gelisteten in die BArtSchV gilt auch für diese, dass in der Regel eine
Kennzeichnungs- und / oder Dokumentationspflicht besteht. Betroffen hiervon sind vorrangig Arten,
die in Anhang I (Anhang A) gelistet sind (siehe auch Anlage 6 der BArtSchV).


Für große Echsen sowie für Schildkröten empfiehlt sich zur Kennzeichnung
(soweit dies aufgrund von Größe / Gewicht der Tiere möglich ist) ein Transponder.


Zur Meldung der Tiere haben wir Ihnen auf unseren Webseiten einen Tierbestandsmeldung
sowie einen Zeugenbogen beigefügt, den Sie ausgefüllt an Ihre zuständige Artenschutzbehörde
senden können.


Vorgehen bei Arten, die bislang keinen Schutzstatus hatten und nunmehr direkt in WA I (Anhang I)
gestuft wurden:


Die Vorgehensweise entspricht wie zuvor beschrieben.

Möchten Sie die Tiere aber weitergeben, so müssen Sie bei Ihrer zuständigen Behörde zudem eine
EG-Bescheinigung 338/97 (ehemals Cites-Bescheinigung) mit Vermarktungserlaubnis beantragen.

Vorgehen bei Arten, die vormals in Anhang II (Anhang B) gelistet waren und nunmehr in Anhang I
(Anhang B) eingestuft wurden:


In der Regel sollten Sie die Arten, die bislang in Anhang II gelistet waren, bereits Ihrer Behörde
gemeldet haben. In diesem Fall brauchen Sie zunächst erst einmal nichts weiter zu tun.

Lediglich im Fall der Weitergabe müssen Sie für die Tiere eine EG-Bescheinigung 338/97 (ehemals
Cites-Bescheinigung) mit Vermarktungserlaubnis beantragen. Bitte beachten Sie, dass es
bundesländer-spezifisch notwendig sein kann, fortlaufende Dokumentationen zu führen!

Sobald wir Informationen über die Dokumentation / Kennzeichnung bezüglich der neu gelisteten
Arten haben, werden wir Sie auf unseren Webseiten (www.dv-th.de, https://thepetfactory.de,
www.dght.de) informieren.