Geosesarma sp. Vampir

Care-Sheet Geosesarma-Landkrabben

Geosesarma krathing
Dieses Care-Sheet dient zur ersten und allgemeinen Orientierung über diese Tiere und ist keineswegs als alleinige Information für alle Arten zu verwenden. Für detaillierte Informationen verweisen wir Sie auf folgende Bücher: Krabben-Fibel und den Taschenatlas Wirbellose

Ordnung: Die Gattung Geosesarma gehört zur Teilordnung der Krabben (Brachyura) aus der Ordnung der Zehnfußrebse (Decapoda).

Verbreitung: Die bisher bekannten knapp 50 Arten kommen aus Südost-Asien und leben in der Nähe von Flüssen und Seen, wo sie meist endemisch sind. Daher ist anzunehmen, dass es noch weitere Arten gibt, die auf ihre Beschreibung warten. Die meisten Arten haben eine semi-aquatatische Lebensweise. Mache Arten wie beispielsweise Geosesarma notophorum und Geosesarma krathing sind jedoch an eine fast ausschließlich terrestrische Lebensweise angepasst. Deren Larven benötigen jedoch Süßwasser für die Entwicklung. Die Vertreter von Geosesarma bewohnen Regenwälder, welche sich vom Tiefland bis zum Hochland in über 1000 Meter Höhe erstrecken. Somit sind diese Vertreter der Decapoda nicht auf Salzwasser für die Entwicklung angewiesen!

Lebenserwartung: Die meisten Geosesarma-Vertreter erreichen eine Lebenserwartung von zwei Jahren und mehr.

Körpergröße: Die Vertreter von Geosesarma zeichnen sich durch eine geringe Körpergröße von maximal 3 cm Panzerbreite (Carapax) und durchaus ansprechende Farben vor allem in rot, orange, violett und gelb aus. Kleinere Vertreter dieser Gattung sind mit einer Panzerbreite von circa 1 cm ausgewachsen. Da der Carapax in der Regel breiter als lang ist, haben die Tiere von oben betrachtet durch die gestielten Augen und die Scheren einen fast quadratischen Habitus. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße eignen sich diese Arten  hervorragend für kleinere bis mittlere Terrarien.

Aktivitätsphase: Die meisten Geosesarma-Arten sind nachtaktiv, manche Arten sind aber auch in der Dämmerung oder gar tagsüber im Terrarium anzutreffen.

Nahrung: Geosesarma-Arten sind entweder überwiegend fleischfressend (karnivor) oder Allesfresser (omnivor). Die Krabben fressen hierbei kleine lebende und tote Heimchen, Regenwürmer, Mehlwürmer, Asseln und Springschwänze. Aber auch Thunfisch aus der Dose (ohne Öl), Stücke von Speisefischen wie Hering und Forelle oder Fischflockenfutter wird gerne genommen. Bei omnivoren Arten wie G. notophorum, G. krathing  und G. tiomanicum kann man zusätzlich Salatgurke oder ein wenig Tomate ohne Kerne anbieten. Zudem sollten den Tieren immer eine Calciumquelle aus Sepiaschulp oder ähnlichem zur Verfügung stehen.

Fortpflanzung und Aufzucht:  Die Geschlechter bei Geosesarma lassen sich anhand der Bauchklappe bestehend aus den Segmenten des Pleons und Telsons gut unterscheiden. Während Weibchen eine breite, fast den kompletten „Bauch“ umfassende Klappe aufweisen, sind die Bauchklappen des Männchens deutlich schmaler und erscheinen dreieckig bis T-förmig. Die Fortpflanzung bei Geosesarma kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen. Die Jungtiere können einerseits nach einer Tragzeit von drei bis vier Monaten als fertige Jungkrabben aus der Bauchklappe des Weibchens entlassen werden. Andererseits ist bisher bei zwei Arten (G. peraccae und G. maculatum) beschrieben, dass diese ihre Larven (so genannte Zoea-Larven) entlassen, welche sich nach einer verkürzten Entwicklung im Süßwasser zu jungen Krabben entwickeln. Brutpflegeverhalten konnte bisher nicht bei allen Arten beschrieben werden, Ausnahmen bilden hier G. sp. Blue (Blaue Vampirkrabbe) und G. notophorum. Nach Beenden des Brutpflegeverhaltens kann es hier aber auch zu Kannibalismus unter den Krabben kommen, so dass meist nur ein kleiner Anteil der geschlüpften Jungtiere das Adultstadium erreicht. Eine Separation der Schlüpflinge ist anzuraten, wenn man diese Tiere regelmäßig nachziehen möchte. Generell benötigen die geschlüpften Jungtiere entweder feuchtes Substrat oder eine Wasserstelle/Schale, in der sie die benötigte Feuchtigkeit aufnehmen und sich regelmäßig Häuten können.

Terrarium: Die Terrariengröße richtet sich nach der Endgröße und der Anzahl der gehaltenen Tiere. Für kleinere Arten wie G. notophorum oder G. krathing reichen schon Terrarien mit den Maßen 30x30x30 cm aus, größere Arten wie G. spec Vampir  oder G. bicolor benötigen in der Regel eine Terrariengröße von 60x30x30 cm. In diesen Terrarien kann man mehrere Individuen einer Art halten (1 Männchen und 2 Weibchen bei kleineren Terrarien, 1-2 Männchen und 4-5 Weibchen bei größeren Terrarien).  Die Terrarien sollten für alle Arten als Aquaterrarien oder rein terrestrische Terrarien mit kleinen Wasserschalen für landlebende Arten (G. notophorum und G. krathing) ausgestattet sein. Bei den Wassergefäßen ist eine Ein- und Ausstiegmöglichkeit bestehend aus Ästen, Rindenstücken oder ähnlichem wichtig, da einige Arten sonst im Wasser ertrinken können falls diese Kletterhilfen fehlen. Der Bodengrund in den Terrarien sollte aus Erde, Sand-Erd-Mischungen, oder Kokoshumus bestehen, die eine gute Feuchtigkeitsaufnahme gewährleisten. Die Terrarien für Geosesarma-Arten kann man reich strukturieren und mit kleinen Höhlen, Kletterästen, Wurzeln, Korkstückchen, Dekolaub sowie Moos ausstatten. Dies erlaubt es den teils territorialen Männchen, ihre Reviere zu bilden.  Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten gemäß der Herkunft der Krabben im Bereich von 22°-28°C liegen und nachts um wenige Grad absinken. Die Beleuchtung der Terrarien kann über Leuchtstoffröhren erfolgen. Die Luftfeuchtigkeit wird durch angefeuchteten Bodengrund, lebende Pflanzen, der Wasserstellen sowie durch regelmäßiges Sprühen reguliert. Da die meisten Vertreter durchaus behände klettern können, sollten alle Terrarien oder Aquaterrarien ausbruchsicher gestaltet sein.

Eine Vergesellschaftung von Geosesarma mit anderen Krabben kann funktionieren, wenn der Größenunterschied der verschiedenen Arten nicht all zu deutlich ist. Auch eine Vergesellschaftung mit kleinen Arten der Gattung Phelsuma ist schon erfolgreich geglückt und es kam sogar zur Nachzuchten im Terrarium. Dennoch ist darauf zu achten, dass die Tiere keinem all zu großem Stress ausgesetzt sind. Notfalls ist die Vergesellschaftung unmittelbar zu beenden und die Krabben sind ein separates, artgerechtes Terrarium zu überführen!


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